Der richtige Einsatz der Assetklassen und Grundlagen des Vermögensmanagements Zu den Grundprinzipien erfolgreichen Vermögensmanagements gehört die Diversifikation des Portfolios. Sie dient mehreren Zwecken. Zum einen werden unsystematische Risiken reduziert, wenn die verfügbaren Anlagemittel auf viele Einzelwerte aufgeteilt werden.

Viele nicht professionell verwaltete Portfolios weisen eine mangelhafte Diversifikation auf. So finden sich in den Depots von Privatanlegern oft nur wenige Aktien und Anleihen. Dadurch steigt nicht nur das Risiko einer sehr schmerzhaften einzelnen Verlustposition. Auch viele Chancen bleiben ungenutzt.

Diversifikation ist unerlässlich. Das gilt zum einen für die Aufteilung der Investments innerhalb einer Anlageklasse, zum anderen aber auch für die Strukturierung des Portfolios über mehrere Anlageklassen hinweg. Professionell verwaltete Portfolios, die nicht extrem konservativ ausgerichtet sind, enthalten fast immer Titel aus mehreren Anlageklassen.


Jede Assetklasse hat ihre besonderen Reize und Risiken

Neben Aktien gehören auch Renten, Rohstoffe und Edelmetalle sowie Immobilien in ein gutes Portfolio. Vermögensverwalter setzen darüber hinaus oft derivative Finanzinstrumente ein. Diese dienen dabei keinesfalls nur spekulativen Zwecken. Viele Portfolios werden mit Wertsicherungsstrategien gemanagt. Dadurch wird sichergestellt, dass Anleger nur Verluste in Kauf nehmen, die sie sich auch leisten können bzw. deren Inkaufnahme im Rahmen des jeweiligen Chance-Risiko-Profils sinnvoll ist.

Jede einzelne Anlageklasse bietet besondere Vorzüge, die in der Vermögensverwaltung immer wieder genutzt werden und Anlegern gute Ergebnisse bescheren. Umgekehrt sind mit jeder Assetklasse auch spezifische Risiken verbunden. Die Chancen und Risiken unter Beachtung der jeweils vom Markt vorgegebenen Rahmenbedingungen gegeneinander abzuwägen ist eine der zentralen Aufgaben des Vermögensmanagements.

An einem einfachen Szenario soll deutlich werden, wie Vermögensverwaltung und aktives Portfolio-Management funktionieren können. Der im Bondmarkt investierte Anteil eines Portfolios unterliegt den spezifischen Kursrisiken dieses Segments. Die größten Risiken für Besitzer von Anleihen sind einer Verschlechterung der Bonität des Emittenten (oder im Extremfall dessen Insolvenz) und ein –aus welchen Gründen auch immer – steigendes Zinsniveau (das mit sinkenden Anleihekursen einhergeht).


Aktives Management bietet Chancen auf Zusatzerträge

Das Einzeltitelrisiko kann auf ein Minimum reduziert werden, wenn der in Anleihen investierte Anteil des Portfolios auf viele verschiedene Werte aufgeteilt wird. Bei Staatsanleihen ist unter „viele“ etwa ein halbes Dutzend zu verstehen, bei Corporate Bonds sicherlich eine deutlich höhere Anzahl. Das Bonitätsrisiko kann zusätzlich durch eine Streuung über verschiedene Branchen und Regionen reduziert werden. Durch aktives Management kann ein guter Vermögensverwalter zusätzliche Erträge erzielen, wenn Trends am Bondmarkt richtig erkannt und die Mittel in aussichtsreiche Segmente umgeschichtet werden.

Das Zinsänderungsrisiko am Anleihemarkt erfordert ebenfalls ein aktives Management. Steigt der Zinssatz am Markt, sinkt der Kurs der Anleihe et vice versa. Das Zinsänderungsrisiko ist umso größer, je länger die Restlaufzeit einer Anleihe ist. Durch eine aktive Änderung der durchschnittlichen Restlaufzeit im Portfolio kann der Vermögensverwalter auf Entwicklungen am Anleihemarkt reagieren und – sofern er mit seinen Einschätzungen richtig liegt – Zusatzerträge erzielen.

Die Aufgabe des Vermögensverwalters in diesem Szenario umfasst jedoch mehr als nur das aktive Management des Bonitäts-und Zinsänderungsrisikos im Anleihesegment. Darüber hinaus muss festgelegt werden, wie groß der Anteil des Vermögens sein soll, der in Bonds (und damit nicht in anderen Assetklassen) investiert wird. Diese Entscheidung hängt nicht nur von den Perspektiven im Bondmarkt, sondern auch von der Situation auf anderen Märkten ab.







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