Der Rohstoffmarkt - Nachfrage schwer zu decken! Rohstoffe haben in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts erheblich an Bedeutung gewonnen. Das gilt für fossile Brennstoffe genauso wie für Agrarrohstoffe. Gründe für die stärkere Wahrnehmung des lange verwaisten Anlagesegments durch Investoren gibt es viele.

Einer davon ist sicherlich die Problematik der weltweit wachsenden Nachfrage nach natürlichen Ressourcen. Der wirtschaftliche Aufstieg extrem bevölkerungsreicher Länder wie China oder Indien haben zu einem signifikanten Anstieg der Nachfrage nach fossilen Brennstoffen und Agrarprodukten geführt.

Die Thematik ist zudem seit einigen Jahren in den Medien sehr präsent. Die Medien berichten laufend über die zunehmende Verknappung wichtiger Rohstoffe und rücken diese damit ins Bewusstsein der Leser und Zuschauer.


Das Interesse folgt dem Preis

Einer der wichtigsten Gründe für das gewachsene Interesse dürfte allerdings die Hausse an den Rohstoffmärkten gewesen sein. Die Preise für Öl, Weizen, Soja und Co. vervielfachten sich in lang anhaltenden Aufwärtstrends. Anleger konnten in den dynamischen Märkten viel Geld verdienen. Rohstoffe werden seitdem als gute Beimischung zu einem Wertpapierportfolio angesehen.

Sie bieten in der Tat einige Vorteile. So kann unterstellt werden, dass Rohstoffe einen Schutz gegen Inflation bieten. In der langfristigen Perspektive sollte der reale Wert von Rohstoffen konstant bleiben bzw. inflationäre Tendenzen ausgleichen. Die wachsende Nachfrage, die auf ein natürlich begrenztes Angebot trifft, bildet deshalb nach Ansicht vieler Experten die Basis für einen Megatrend.

Ein weiterer Vorteil von Rohstoffen als Anlageklasse ist die relativ geringe Korrelation zu den Aktien- und Rentenmärkten. Rohstoffe können somit zur Diversifikation eines Portfolios beitragen und das Chance-Risiko-Verhältnis verbessern. In der professionellen Vermögensverwaltung hat das spannende Segment nicht zuletzt deshalb erheblich an Bedeutung gewonnen.

Investments in Rohstoffe sind für Privatanleger praktisch nur über derivative Finanzinstrumente möglich. Ein physisches Investment am Kassamarkt ist problematisch, weil damit verschiedene Kosten, wie z.B. solche für die Lagerung oder den Transpart, einhergehen würden. Grundsätzlich möglich ist der Zugang über den Terminmarkt, auf dem Optionen und Futures auf Rohstoffe gehandelt werden. Auch diese Möglichkeit eignet sich jedoch für die wenigsten, weil zum einen die Spezifikationen des Terminhandels besondere Kenntnisse erfordern und zum anderen die Rohstoffmärkte mit einigen speziellen Risiken behaftet sind.


Zertifikate und ETCs machen Investments möglich
Die Finanzindustrie hat auf den gewachsenen Bedarf reagiert und bietet mittlerweile eine breite Auswahl an Produkten, die sich auf Rohstoffe beziehen. Zum einen handelt es sich dabei um strukturierte Produkte (Zertifikate), die die Entwicklung am Terminmarkt abbilden. Für Anleger bieten sie den Vorteil, dass einige Risiken des Terminhandels (z.B. eine Nachschusspflicht) entfallen. Dennoch müssen Nachteile und Unwägbarkeiten, wie z.B. Rollkosten, in Kauf genommen werden. Zertifikate sind zudem mit einem Emittentenrisiko verbunden.

Eine andere Möglichkeit sind Exchange Traded Commodities (ETCs), mit denen die Kursentwicklung von fossilen Brennstoffen sowie Soft Commodities abgebildet werden kann. ETCs sind wie Zertifikate Schuldverschreibungen des jeweiligen Emittenten. Sie sind jedoch anders als einfache Zertifikate durch einen eigenen Deckungsstock besichert. Auch wenn ETCs erst seit einigen Jahren auf dem Markt sind, haben sie in der professionellen Vermögensverwaltung bereits einen festen Platz eingenommen. Sie zeichnen sich neben der verbesserten Ausfallsicherheit auch durch sehr niedrige Verwaltungskosten aus – je nach Produkt beläuft sich die jährliche Management-Gebühr auf 0,4 bis 0,8 Prozent des Kurswertes.







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