ETFs - Exchange Traded Funds - Gewinner des vergangenen Jahrzents! Exchange Traded Funds (ETFs) gehören zu den Gewinnern des vergangenen Jahrzehnts: Der Aufstieg passiv verwalteter Fonds gehört zu den größten Trends in der Investmentlandschaft des beginnenden 21. Jahrhunderts.

ETFs sind rechtlich betrachtet Sondervermögen, die als Fonds konstituiert sind. Anders als klassische Investmentfonds werden sie jedoch nicht von einem Management verwaltet, das über die Ausrichtung des Portfolios entscheidet. ETFs bilden vielmehr lediglich einen bestimmten Basiswert nach.

Durch den Verzicht auf ein aktives Management und die fixe Portfoliostruktur ergeben sich für Anleger mehrere Vorteile. Zum einen können ETFs wie eine Aktie fortlaufend an der Börse gehandelt werden. Ein Ausgabeaufschlag fällt dabei nicht an. Lediglich die üblichen Ordergebühren bei Wertpapiertransaktionen (Broker-Provision, Xetra-Kosten etc.) sind zu tragen.


Niedrige Kosten und fortlaufender Handel

Zum anderen sind die Verwaltungsgebühren, mit denen sich bei klassischen Investmentfonds das Management seine Leistungen vergüten lässt, sehr viel geringer. Während bei herkömmlichen Fonds 1 bis 2 Prozent des Fondsvermögens jährlich für Provisionen und Verwaltung anfallen, müssen Anleger bei ETFs nur zwischen 0,1 und 0,8 Prozent pro Jahr zahlen.

Die günstige Kostenstruktur wirkt sich sowohl beim regelmäßigen Handel mit Fonds als auch bei langfristigen Investments positiv auf die Rendite aus. ETFs werden deshalb nicht nur von Privatanlegern, sondern auch von professionellen Vermögensverwaltern immer häufiger klassischen Investmentfonds vorgezogen. Bei der simplen Nachbildung eines Indexes bieten sie zudem einen großen Vorteil gegenüber Indexzertifikaten: ETFs sind als Sondervermögen nicht mit einem Emittentenrisiko verbunden, das Anleger bei Zertifikaten immer tragen müssen.

Die ETFs der ersten Generation bildeten ausschließlich große Börsenbarometer, wie den DAX oder den Dow Jones oder den Nikkei-Index ab. Die große Nachfrage traf in den vergangenen Jahren auf eine innovationsfreudige Finanzindustrie, die das Sortiment deutlich erweiterte.

Heute können Anleger auch in Branchenindizes, Rohstoff- und Rentenindizes sowie zahlreiche Subindizes investieren. Auch bestimmte Investment-Themen, wie z.B. die Wasserversorgung oder regenerative Energien, können mit ETFs ins Portfolio aufgenommen werden. Darüber hinaus bieten viele ETF-Fondsgesellschaften Strategieindizes an, die einen bestimmten strukturierten Handelsansatz nachbilden. ETFs, die einen Covered-Call-Writing-Ansatz nachbilden sind ebenso erhältlich wie Fonds, in die eine Put-Option integriert ist. Auch gehebelte Investments sind möglich. Das Angebot wächst stetig und erfüllt immer höhere Anforderungen.


ETCs und ETNs als Fortentwicklung

Auch ETFs allerdings sind nicht vollkommen frei von Nachteilen. Viele Anbieter bilden die Basis ihrer Fonds zu einem nicht unerheblichen Teil über synthetische Geschäfte, wie z.B. Swaps, ab. Diese Vorgehensweise ermöglicht auf der einen Seite sehr günstige Kosten, birgt auf der anderen Seite jedoch auch da so genannte Kontrahentenrisiko: Kann der Geschäftspartner (z.B. eine Bank oder eine Versicherung) seinen Verpflichtungen nicht nachkommen, erleiden Anleger Verluste.

In den letzten Jahren haben sich mit Exchange Traded Commodities (ETCS) und Exchange Traded Notes (ETNs) zwei Fortentwicklungen von ETFs etabliert. Zwar handelt es sich bei ETCs und ETNs nicht um Fonds, weil die Gelder der Kunden ausschließlich in einen Basiswert (z.B. ein Edelmetall oder einen bestimmten Rohstoff) investiert werden. ETNs und ETCs sind deshalb Schuldverschreibungen des jeweiligen Emittenten. Es hat sich jedoch eingebürgert, dass diese zu 100 Prozent (meist physisch) besichert werden. Dadurch ist auch hier kein Emittentenrisiko gegeben.

ETNs und ETCs bieten ähnliche Vorzüge wie ETFs: Sie sind transparent, kostengünstig und sehr liquide. Deshalb werden auch diese Produkte in der Vermögensverwaltung Fuß fassen.







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