Fonds in der Vermögensverwaltung - Mischfonds nehmen überhand ! Klassische Investmentfonds zählen zu den wichtigsten Anlageinstrumenten von Privatanlegern. Auch institutionelle Investoren wie Vermögensverwalter investieren die Gelder ihrer Kunden oft in Fonds. Dadurch wird ein Fondsportfolio ins eigene Portfolio aufgenommen. Der Einsatz von Fonds in der professionellen Vermögensverwaltung bietet verschiedene Vorteile.

Vermögensverwalter können Fonds zu sehr günstigen Konditionen erwerben. Sie zahlen keinen Ausgabeaufschlag und können deshalb beliebig oft von einem Fonds in einen anderen wechseln, ohne dass dadurch Kosten entstehen.


Portfolio fürs Portfolio

Mit Fonds lassen sich praktisch alle Anlageziele umsetzen. In Deutschland sind etwa 6.000 Fonds zum Handel zugelassen. Die Ausrichtung eines Fonds bestimmt, für welchen Anlagestil er sich eignet. Chancenorientierte Anleger können in Aktienfonds mit Schwerpunkt auf die Schwellenländer investieren, defensiv orientierte Anleger bevorzugen Rentenfonds mit Schwerpunkt auf Staatsanleihen höchster Sicherheit mit überschaubarer Restlaufzeit.

Fonds lassen sich in verschiedene Gruppen einteilen. Die Unterteilung kann anhand der Anlageklasse vorgenommen werden, in die ein Fonds investiert. Neben Aktienfonds und Rentenfonds gibt es auch Geldmarktfonds und Rohstofffonds. Darüber hinaus finden sich immer mehr Mischfonds am Markt, die in verschiedene Assetklassen investieren. Hier gilt es genau hinzusehen: Einige Mischfonds sehen in ihren Statuten einen konstanten Anteil jeder Anlageklasse am Fondsvermögen vor, anderen schichten je nach Marktlage um.

Fonds lassen sich auch nach Themen kategorisieren. Länder- und Regionenfonds etwa investieren in die Märkte eines bestimmten Landes oder einer bestimmten Region, wie z.B. China oder Südostasien. Auch ein bestimmtes Anlageziel kann einen Fonds kennzeichnen. Absolute Return Fonds zum Beispiel versuchen, in keinem Jahr eine negative Rendite zu erwirtschaften. Total Return Fonds hingegen versuchen, langfristig einen möglichst hohen Ertrag zu erzielen und akzeptieren dabei auch zwischenzeitliche Verluste.

Das Chance-Risiko-Verhältnis von Fonds richtet sich dementsprechend nach ihrer Ausrichtung. Mit defensiven Rentenfonds lassen sich nur moderate Erträge erzielen, die allerdings auch ohne nennenswertes Risiko realisiert werden. Aktienfonds weisen ein sehr viel größeres Risiko auf, bieten umgekehrt aber auch die Chance auf sehr viel höhere Wertzuwächse.


Fonds-Performance-Messung: Korrelation, Beta, Volatilität

Zur Einschätzung des Chance-Risiko-Verhältnisses eines Fonds sowie zur Messung einiger anderer Eigenschaften werden finanzmathematische Kennzahlen herangezogen. Die drei wichtigsten sind Volatilität, Beta und Korrelation.

Die Volatilität eines Fonds gibt seine Schwankungsintensität in der Vergangenheit an. Je höher die Volatilität eines Fonds, desto größer ist das mit ihm einhergehende Risiko. Umgekehrt lassen sich mit einem volatilen Fonds auch höhere Gewinne erzielen. Fonds mit hoher Volatilität sind also grundsätzlich eine Lösung für chancenorientierte Anleger. Defensiv ausgerichtete Investoren hingegen sollten sich auf Fonds mit geringerer Volatilität konzentrieren.

Eine weitere sehr wichtige Kennzahl ist der Beta-Faktor. Er gibt an, wie sich (in der Vergangenheit) der Fonds im Vergleich zu einer Benchmark entwickelt hat. Je größer der Beta-Faktor eines Fonds bezogen auf einen Vergleichswert ist, desto größer war die Wertveränderung des Fonds im Vergleich zum Basiswert. Ein Beispiel: Beträgt der Beta-Faktor eines Aktienfonds zum EuroStoxx 50 1,2, sagt dies aus, dass eine 10prozentige Bewegung im Index im Betrachtungszeitraum zu einer 12prozentigen Bewegung im Kurs des Fonds geführt hat. Der Beta-Faktor ist ein Maß für die Abhängigkeit eines Fonds von der Entwicklung des Gesamtmarktes.

Der Beta-Faktor hat vor allem dann eine große Aussagekraft, wenn zugleich eine starke Korelation zwischen dem Fondskurs und dem Index besteht. Der Korrelationskoeffizient gibt an, wie stark zwei Werte sich in der Vergangenheit zusammenhängend entwickelt haben. Ein hoher, positiver Korrelationskoeffizient deutet auf einen starken gleichläufigen Zusammenhang hin, ein hoher, negativer Koeffizient hingegen auf einen starken gegenläufigen Zusammenhang.







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